Geschichte der Lebensversicherung

In Deutschland gibt es Lebensversicherungen, die dem heutigen System weitgehend entsprechen, seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Erste deutsche Gesellschaft, die diese Versicherungsform anbot, war die Gothaer Lebensversicherungsbank, gegründet von Ernst-Wilhelm Arnoldi. Er gilt heute als Mitbegründer und Vater des deutschen Versicherungswesens.

Die ersten Lebensversicherungen konnten sich jedoch nur betuchte Bürger leisten, für die große Masse der Bevölkerung war ein solcher Schutz zu Anfang unerschwinglich. Erst Otto Gerstenberg, damals Generaldirektor der Victoria zu Berlin, führte um 1890 die "Lebensversicherung für jedermann" in Deutschland ein, so dass auch sozial schwächere Bürger diese Form der finanziellen Absicherung für sich nutzen konnten. Damit wurde die Lebensversicherung zur Volksversicherung.

In Grundzügen gab es die Lebensversicherungen jedoch schon viel früher. Bereits im antiken Rom existieren so genannte "Beerdigungsvereine", welche Hinterbliebene mit finanziellen Leistungen bedachten und die Bestattungskosten gegen eine jährliche oder halbjährliche Gebühr übernahmen. Diese Systeme waren jedoch mathematisch nicht genau berechnet, sondern basierten auf einer Art Kapitalumschichtung, bei der die neu hinzugekommenen Mitglieder die Kosten der Verstorbenen finanzierten.

In den USA begann der Verkauf von Lebensversicherungen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zunächst lag der Verkauf in kirchlicher Hand. Um 1760 wurde eine "Vereinigung zur Unterstützung von armen und notleidenden Witwen und Kindern" von den Presbyterianern gegründet, andere Religionsgemeinschaften zogen später mit ähnlichen Organisationen nach. Jedoch basierten auch diese Versicherungen noch nicht auf einem eigens entwickelten, mathematischen System, sondern funktionierten auch nach dem einfachen Umschichtverfahren.

In den USA bestand zusätzlich die Möglichkeit, die Leben von Sklaven und Bediensteten zu versichern. Nutznießer war hier natürlich nicht die versicherte Person selbst, sondern der Herr bzw. Halter. Später wurde diese Art von Versicherungen dann verboten und die anbietenden Gesellschaften mussten teils hohe Schadenersatzsummen bezahlen, um die Forderungen von Nachfahren der damals Versicherten zu begleichen.

Heute gehören Lebensversicherung ganz selbstverständlich zu einer umfassenden Altersvorsorge und zur Absicherung von Ehepartnern, Kindern und sonstigen nahestehenden Personen. Zahlreiche ausgeklügelte Systeme machen es möglich, gleichzeitig das vorhandene Kapital renditestark anzulegen, dabei für den eigenen Ruhestand optimal vorzusorgen und darüber hinaus noch die Familie für den Fall der Fälle abzusichern. Und das zu monatlichen Beiträgen, die sich wirklich jeder leisten kann! Deshalb sollte eine sorgsam ausgewählte Lebensversicherung in keiner Vorsorgestrategie fehlen. Zudem werden Lebensversicherungen von Staat gefördert und sind steuerlich absetzbar - hier ergeben sich gute Möglichkeiten, die eigene Steuerlast zu senken.

Inzwischen gibt es eine schier unüberschaubare Anzahl an Lebensversicherungsmodellen von vielen verschiedenen Versicherern. Hier den Überblick zu behalten fällt nicht leicht. Sie sollten sich dennoch die Arbeit machen, verschiedene Anbieter und Modelle miteinander zu vergleichen, um den optimalen Versicherer zu finden. Die investierte Zeit lohnt sich in jedem Fall und sorgt dafür, dass Sie stets optimal und günstig abgesichert sind.