Kapitallebensversicherung

Beim Abschluss einer Kapitallebensversicherung zahlt der Versicherte einmalig oder in monatlichen Raten einen größeren Betrag in die Versicherung ein, der dann zum Zuteilungszeitpunkt wiederum als Einmalbetrag oder in Raten ausbezahlt wird. Deshalb bietet sich eine Kapitallebensversicherung besonders dann an, wenn Sie - z.B. durch Erbschaft - an einem größeren Geldbetrag gekommen sind und diesen wirkungsvoll für das Alter anlegen möchten.

Sie sollten beim Abschluss einer Kapitallebensversicherung darauf achten, dass die monatlichen Beiträge nicht zu hoch angesetzt werden. Als Faustformel gilt hier: Die Beiträge sollten etwa ein Drittel des zur Verfügung stehenden Budgets für die persönliche Altersvorsorge ausmachen.

Für Kapitalanleger kann der Abschluss einer Kapitallebensversicherung ebenfalls sehr interessant sein, insbesondere wenn der Steuerfreibetrag bereits ausgeschöpft ist. Hier kommt dem Anleger die gesonderte Behandlung der Besteuerung von Kapitalerträgen zugute. Auch zur Finanzierung nicht selbst genutzter Immobilien ist eine Kapitallebensversicherung gut geeignet. Die Tilgung wird hierbei auf die Versicherung ausgesetzt, so dass der Versicherte lediglich die Zinsen an den Kreditgeber zahlen muss - und das während der gesamten Laufzeit!

Wer gerne Steuern sparen möchte, kann dazu ebenfalls eine Kapitallebensversicherung einsetzen. Die Beiträge können z.B. im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge angelegt werden. Dabei behält der Arbeitgeber ein Teil des Gehalts und/oder Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld ein. Diese Beträge werden sehr günstig pauschalbesteuert und bilden so eine wirkungsvolle Altersvorsorge als Ergänzung zur staatlichen Altersrente.

Die erwirtschafteten Überschüsse einer Kapitallebensversicherung können nach verschiedenen Systemen an den Versicherten weitergegeben werden. Viele Versicherer haben hier eigene Methoden entwickelt, jedoch orientieren sich fast alle an bestimmten Grundmodellen. Hier einige Beispiele:

  • Bei einem Überschusssystem mit Beitragsverrechnung erhöhen die erzielten Überschüsse nicht die Ablaufsumme, sondern reduzieren die Versicherungsbeiträge.
  • Das Bonussystem investiert die Überschüsse in eine zusätzliche, beitragsfreie Versicherung, die dann gleichzeitig mit der eigentlichen Lebensversicherung abläuft und auszahlt.
  • Beim Bonussystem mit Verrechnung werden die Überschüsse geteilt - ein Teil wird zur Reduzierung der Beiträge verwendet, der andere wird in eine Zusatzversicherung (siehe Bonussystem) investiert.
  • Die "Verzinsliche Ansammlung ohne Beitragsverrechnung" erhöht mit den Überschüssen die Ablaufleistung der Versicherung, die Beiträge bleiben also gleich.
  • Bei der "Verzinslichen Ansammlung mit Beitragsverrechnung" werden die Überschüsse wiederum geteilt: Ein Teil dient zur Erhöhung der Ablaufsumme, der andere zur Reduzierung der Beiträge.


Die Beiträge der Kapitallebensversicherung setzen sich in der Regel aus drei Teilen zusammen: der Risikoanteil, der Sparanteil und der Gebührenanteil. Während der Risikoanteil die eigentliche, vertragliche zugesicherte Versicherungssumme bildet, wird der Sparanteil dazu verwendet, die Rendite zu erwirtschaften. Der Gebührenanteil deckt schließlich die Verwaltungs- und Personalkosten der Versicherung ab.

Die Beiträge zur Kapitallebensversicherung werden anhand vieler verschiedener Faktoren berechnet. Diese sind z.B. Eintrittsalter, Gesundheitszustand, Versicherungssumme, Laufzeit, Beruf, Hobbys uvm. Diese Einflussfaktoren werden jedoch je nach Versicherer unterschiedlich stark gewichtet. Deshalb ist es ein Muss, vor Abschluss einer Kapitallebensversicherung die Anbieter genau zu vergleichen und sich ggf. von einem unabhängigen Experten beraten zu lassen.